Die Kampfkunst

Goju-Ryu

Die Kunst des Harten und Weichen – eine der traditionellen Karate-Schulen aus Okinawa mit über 100 Jahren Geschichte.
剛柔
Go-Ju — Hart und Weich
Ursprung

Von Okinawa in die Welt

Goju-Ryu wurde von Chojun Miyagi (1888–1953) auf Okinawa entwickelt. Er studierte unter Kanryo Higaonna, der die Grundlagen der Kunst aus China mitbrachte, und formte daraus ein systematisches Kampfkunstsystem.
Der Name „Goju-Ryu“ entstammt einem Vers aus dem chinesischen Bubishi: „Ho Goju donto“ – „Das Gesetz des Ein- und Ausatmens ist hart und weich.“ Diese Dualität prägt alle Aspekte des Trainings.
Heute wird Goju-Ryu weltweit praktiziert. Die IOGKF (International Okinawan Goju-Ryu Karate-Do Federation) unter Sensei Morio Higaonna bewahrt das authentische System.

Kanryo Higaonna

1853–1915 · Begründer des Naha-Te

Chojun Miyagi

1888–1953 · Gründer des Goju-Ryu

Morio Higaonna

1938–heute · Leiter der IOGKF
Karate heute
Nach dem Krieg wurde Karate in Europa als äußerst harte Art der Selbstverteidigung bekannt. Durch Darstellungen in Film und Fernsehen wurde der Eindruck erweckt, diese fernöstliche Kampfsportart sei äußerst brutal. Die Anhänger dieser Sportart gerieten in den Ruf, Schlägertypen zu sein. Doch in Wirklichkeit erzieht das harte körperliche und geistige Training den Karateka zur Selbstdisziplin.

Aus jahrhundertelanger, fernöstlicher Überlieferung wurde Karate als eine waffenlose Selbstverteidigung entwickelt, die den Zweck hat, einen oder mehrere Gegner kampfunfähig zu machen. Karate ist Angriff, wie Abwehr. Mittels harter, mit äußerster SchnelIkraft ausgeführte Schläge werden empfindliche Punkte des menschlichen Körpers getroffen. Diese Schläge und Stöße werden in schneller Aufeinanderfolge ausgeführt, was ein Höchstmaß an Koordination von Geist, Nerven und Muskeln erfordert. Um dies zu erreichen, ist ein intensives und spezielles Training erforderlich.
In den letzten zwei Jahrzehnten wurde aus der ursprünglichen Selbstverteidigung ein sportlicher Wettkampf entwickelt. Im Kampf Mann gegen Mann müssen die harten Angriffe kurz vor dem Ziel abgestoppt werden. Hierzu ist eine große Selbstbeherrschung notwendig, insbesondere dann, wenn durch Zufall eine Attacke mit einer gewissen Härte durchgeführt wird. 

So kann man Karate als einen sozialen Kampfsport bezeichnen, der allerhöchste Achtung vor dem Gegner erfordert. Diese Haltung wird durch eine, dem Karate eigenen Etikette unterstützt. Es ist verständlich, dass das Karate-Training, das auf der einen Seite einen aggressiven Kampfgeist entwickeln soll, auf der anderen Seite jedoch zu äußerster Selbstbeherrschung erzieht, einen beträchtlichen Beitrag zur Entwicklung der Persönlichkeit leistet.

Das Karate-Training, das unterstützt wird durch zweckentsprechende Gymnastik, Schnellkraftübungen und Lauftraining, ist in seiner Vielzahl von Möglichkeiten und Anwendungsbereichen ein maximales gesundheitsforderndes Fitness-Training. Neben dem körperlichen Konditionstraining ist Karate eine der wenigen Sportarten, die hohe Anforderungen an die geistige Beweglichkeit stellt. Durch die unzähligen Wiederholungen von blitzschnellen, verschiedenen Abwehren und Angriffen sowie deren Kombinationen, wird die Reaktionsfähigkeit optimal geschult.

Grundprinzipien

Die Säulen des Trainings

Kata

Formelle Übungssequenzen, die Techniken, Atmung und Prinzipien in sich vereinen.
分解

Bunkai

Die praktische Anwendung der Kata-Techniken in realistischen Situationen.
組手

Kumite

Partnerübungen von abgesprochenen Formen bis zum freien Kampf.
呼吸

Atmung

Spezielle Atemübungen (Ibuki, Nogare) sind zentral für die Kraftentwicklung.
Kata des Goju-Ryu

Die formellen Übungen

Gekisai Dai Ichi

Anfänger
Erste grundlegende Kata, entwickelt für Schulen.

Gekisai Dai Ni

Anfänger
Erweitert die erste Kata mit offenen Handtechniken.

Saifa

Mittelstufe
Betont zerreißende und schlagende Techniken.

Seiyunchin

Mittelstufe
Lange Kata ohne Fußtritte, fokussiert auf Nahkampf.

Shisochin

Fortgeschritten
Vier-Richtungen-Kampf mit komplexen Techniken.

Sanseru

Fortgeschritten
36 Techniken, Wurf- und Hebeltechniken.

Seipai

Fortgeschritten
18 Techniken mit subtilen Bewegungen.

Kururunfa

Meister
Plötzliche Aktionen mit haltenden und schlagenden Techniken.

Sesan

Meister
13 Techniken, eine der ältesten Kata.

Suparinpei

Meister
108 Techniken – die höchste Kata des Goju-Ryu.
剛柔

Beginnen Sie Ihren Weg

Erleben Sie ein unverbindliches Probetraining und entdecken Sie, ob Goju-Ryu Karate der richtige Weg für Sie ist. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Dojo.